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SCHAFGARBE

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Achillea millefolium L.
Familie der Korbblütler - Asteraceae (Compositae)

"Augenbraue der Venus", dieser Name war das schönste Kompliment, das man im Mittelalter der Schafgarbe machte. Diese zarten, filigranen Blätter der Pflanze, wohin würden sie besser passen als in das schöne Gesicht der Göttin der Liebe, Schönheit und Anmut. ." Supercilium Veneris", Augenbraue der Venus, unter diesem Namen findet man deshalb die Schafgarbe in Handschriften des frühen Mittelalters.
Die nach Göttinnen benannten Pflanzen sind immer Heilmittel für Frauen, und so ist auch unsere Schafgarbe, ich nenne sie wieder bei ihrem weniger romantischen modernen Namen, ein altes Frauenheilkraut. Das Frauenkraut oder der Frauendank, wie sie in manchen Gegenden noch genannt wird, war auch immer eine Pflanze des Kräuterbüschels, den die Frauen an Mariä Himmelfahrt, am Tag der Göttin, weihen ließen. Die heutige Naturheilkunde verwendet die Schafgarbe bei Störungen der Regelblutung, bei Krämpfen im Unterleib und bei Ausfluß. "Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach der Schafgarbe greifen", so lobt Pfarrer Kneipp diese Pflanze, der er wieder zu neuem Ruhm verholfen hat.
In der astrologischen Pflanzenkunde ist die Schafgarbe natürlich dem Planeten Venus zugeordnet. Und deshalb gebrauchte man die Schafgarbe zur Behandlung der " venerischen Krankheiten", d: h. des ven(us)ösen Blutkreislaufes z. B. bei Krampfadern und Hämorrhoiden (erweiterte Venen). Wir wissen heute, daß die Schafgarbe tatsächlich das venöse Blutsystem stärkt, den Rückstrom von venösem Blut zum Herzen steigert und somit den Kreislauf und das Herz entlastet:
Der Venus sind weiter Blase und Nieren zugeordnet, und die alten Anwendungen bei Blasen- und Nierenschwäche können wir mit unseren an Fakten aus dem Labor gewöhnten Bewußtsein ebenfalls abhaken, denn der hohe Kaliumgehalt der Schafgarbe bewirkt eine Anregung und Stärkung der Blase und Nieren, ohne diese zu reizen.

Ihr alter Venusname ist schon lange nicht mehr in Gebrauch, doch ihr neuer lateinischer Name, Achillea millefolium, erzählt eine Geschichte, die die Schafgarbe eher mit dem Kriegsgott Mars in Verbindung bringt als mit der sanften Venus. Im " Achillea" verbirgt sich der Name des berühmten Helden der griechischen Sage, des Achilles. Beim Kampf um Troja wurde er von einem Pfeil an der' Ferse verwundet, genau an jener Stelle, die wir noch heute Achillessehne nennen. Die Göttin Aphrodite (ein weiterer Name der Venus) riet ihm, seine Verletzung mit der Schafgarbe zu heilen. Vielleicht hat Achilles auch schon vorher von diesem heilenden Kraut gewußt, denn er war, so berichtet die Sage, ein Schüler des Zentauren Chiron, der ihn in die Heilkräuterkunde eingeweiht hatte. Wir können dieser Erzählung aus dem grauen Altertum ruhig trauen, jedenfalls was die Anwendung der Schafgarbe betrifft. Generationen vor und nach dieser Begebenheit haben Wunden mit Schafgarbe geheilt. Blutstillkraut, Soldatenkraut, Wundkraut, diese Namen aus unserem Sprachgebrauch weisen ebenfalls darauf hin. Jahrhundertelang galt sie als Mittel, um Verletzungen zu heilen, die durch Eisen entstanden sind. In Frankreich hieß die Schafgarbe "herbe des charpentiers", Kraut der Zimmerleute, da in diesem Berufsstand besonders oft Verletzungen durch Werkzeuge wie Äxte, Hämmer, Sägen usw. vorkamen. Heute verwenden die Pflanzenheilkundigen die Schafgarbe besonders bei inneren Blutungen:
Auf diese Anwendungsart verweist schon Walahfrid Strabo, Abt und Pflanzenfreund von der Insel Reichenau, in seinem Gedicht vom Kräutergärtlein (849t).
"Sicher verwenden in ihrem Berufe die Ärzte sie als Arznei; sie entzieht, als Mittel getrunken, dem Körper so viel Blut, wie sie Säfte ihm heilsam wiederum zuführt. "
Wer die Anwendungsbereiche der Schafgarbe genauer studiert und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper beobachtet, dem fällt eine seltsame Gegensätzlichkeit ins Auge. So heilt die Schafgarbe z. B. zu starke wie auch zu schwache Monatsblutung. Man kann mit der Schafgarbe leicht Nasenbluten erzeugen und gleichzeitig Nasenbluten schnell stoppen, indem man den frischen Saft aufschnupft. Durch ein Übermaß an Schafgarbentee können Nierenblutungen auftreten, andererseits erweist sich Schafgarbentee günstig bei Nierenblutungen. Auf die Haut bezogen (auch ein Venusorgan), heilt man mit ihr Ausschläge, Entzündungen und wunde Stellen. Jedoch erzeugt die Schafgarbe bei empfindlichen Menschen Hautallergien (Wiesendermatitis) .
Sein Staunen darüber hat uns Hieronymus Bock in seinem Kreuterbuch aus dem Jahre 1577 hinterlassen:
" Diß kraut ist einer widerwertigen natur (gegenteiligen) / also / wo man diß kraut zerknutscht / unnd das auff die blutigen wunden
legt / so gestehet das blut / herwiderumb wann einer ein blättlein inn die Nasen thut / uber ein kleine weil folgt das blut hernach. "
Bei manchen Krankheiten erzeugt die Schafgarbe genau die Wirkung, die zur Heilung gebraucht wird, bei einer anderen
Krankheit genau das Gegenteil, das aber hier die Heilung bringt. Sie scheint eine ausgleichende Wirkung zu haben. Deshalb kann
sie bei so vielen verschiedenen Krankheiten verwendet werden und sie wird nicht umsonst manchmal auch " Heil aller Welt"
genannt.
Doch jetzt wäre es an der Zeit, von der Pflanze selbst zu lernen. Schauen wir sie uns draußen in der Natur näher an: Man trifft übrigens ganz selten einen Menschen, der nicht weiß, wie eine Schafgarbe aussieht. Sie gehört zu jenen Pflanzen, die sich meist schon früh in unserer Kindheit an eine Erinnerung knüpfen, an einen Sonntagsspaziergang im Sommer, an den Duft von warmem Wiesengras, in dem wir lagen, nur einfach so, und uns den Bauch von der Sonne wärmen ließen. Die Schafgarbe liebt trockene, warme Plätze wie sonnige Wiesen, Grasplätze, Wegraine und Ackerränder. Mit der oft trockenen und steinigen Erde verbindet sich ihre Wurzel, von der viele feine hellbraune Seitenwürzelchen abzweigen, ganz fest. Manche der Ausläufer werden etwas dicker, färben sich violettrot, und an ihrem Ende entspringt eine neue kleine Schafgarbenpflanze oder manchmal auch nur ein unfruchtbarer Blättertrieb. Ihr Pflanzenleben beginnt mit einer Art Blattrosette, nicht weit über dem Boden, aber auch nicht so fest an ihn gedrückt wie z. B. beim Breitwegerich. Allzusehr mag sie sich nicht mit der Erde verbinden, wie auch ihre Wurzel nicht tief ins Erdreich eindringt.
Schon zeitig im Frühjahr können wir diese hellgrünen Blattrosetten finden, denn die Schafgarbe ist ausdauernd, d. h. sie überwintert mit einigen Blättern. Jetzt im März und April sind sie schon saftig grün.
Diese Blätter sind ein besonderes Merkmal der Schafgarbe, unendlich fein aufgeteilt und filigran geformt. "Millefolium", Tausendblatt, auf diese feinste Aufteilung bezieht sich der lateinische Name. Wenn wir mit solch einem feinen Schafgarbenblatt über unsere Wangen streichen, dann fühlt es sich jedoch recht borstig an. Am Ende jedes kleinen Fiederblättchens steht eine winzige weiße Stachelborste. Diese Borsten waren es, die beim alten Hironymus Nasenbluten erzeugt haben, als er sich ein Blatt in die Nase stopfte, denn die Spitzen verletzen die Schleimhaut.
Aus der Rosette heraus baut sich langsam ein fester, zäher Stiel auf. Der harte Stengel der Schafgarbe wird etwa 50-80 cm hoch, in wechselständiger Ordnung entspringen an ihm die gestielten Blätter. Sie werden immer dunkler. An seinem Ende verzweigt sich der Stengel zu einer oder manchmal mehreren Blütenschirmen. Diese sind aus vielen einzelnen Blütenkörbchen zusammengesetzt. Meistens begegnen wir weißen Schafgarben, es erblühen aber auch zartrosafarbene. Die Schafgarbe hält ihre Blüte bis zum Ende des Herbstes; ja sogar bis nach den ersten Winterfrösten. Es scheint, als habe sie an ihrem sonnigen Standort so viel Wärme gesammelt und in sich aufgesogen, daß sie noch lange dem einziehenden Winter trotzen kann.
Die ganze Pflanze strömt einen aromatisch-warmen Duft aus, besonders stark zur Blütezeit im Hochsommer. Wenn wir ein Blatt oder die Blüte zwischen den Fingern zerreiben und diesen Duft einatmen, dann können wir spüren, daß die Schafgarbe erwärmend und entkrampfend. wirkt. Ein ätherisches Öl, das sie in allen Teilen durchdringt, verleiht ihr diesen Duft und diese Kraft. Das ätherische Öl enthält eine Vorstufe des Azulens, ein azurblaues Öl, das erst durch Wasserdampfdestillation entsteht (es wird durch

aufsteigenden Wasserdampf gelöst). Azulen wirkt stark entzündungshemmend, krampflösend, narbenbildend, abwehrsteigernd und ausgleichend auf die Nerven. Auch die Kamille enthält Azulen, mehr als die Schafgarbe, jedoch nur in den Blüten. Die Schafgarbe ist ganz davon durchdrungen, kann die Kraft dieses Stoffes feiner weiterleiten und beeinflußt die Krankheit mehr auf seelischem Bereich. Sie bringt sanfte Wärme in unseren Körper, dorthin, wo er verkrampft ist, sie löst und stärkt gleichzeitig. Dieses ausgleichende und auf seelischer Ebene wirkende Element finden wir in ihrer ganzen Pflanzengestalt. Durch ihre vielgeteilten Blätter wirkt sie durchlüftet, wie ihr flüchtiges Öl zum Ätherischen hinstrebend. Aber gleichzeitig hat sie einen festen, zähen Stengel, ganz aufrecht und unbeugsam. Vergleichen wir die Schafgarbe mit dem Beinwell oder der Klette, so wirken diese wie plumpe Elefanten dagegen, ganz mit der Formung von Materie beschäftigt - erdenschwer. Sie wirken auf einer anderen Ebene in unserem Körper.
Oder vergleichen wir die Schafgarbe mit einer anderen magenwirksamen Pflanze, z. B. mit der Angelika. Sie hilft ebenfalls bei Magen-Darmkrankheiten und wirkt gleichzeitig beruhigend und ausgleichend auf das Nervensystem. Die Angelika vermittelt Stärke wie ein gut gemeinter kräftiger Schlag auf die Schulter. Die Schafgarbe gleicht dort aus, wo es vor lauter Verspannung, Streß und Kälte zu kühl für ein durchwärmendes Gefühl der Seele geworden ist.
Zum Schluß bin ich noch eine Erklärung schuldig für alle, die inzwischen Gefallen gefunden haben am Enträtseln der Pflanzennamen. Warum ist die Schafgarbe eigentlich nach den Schafen benannt? Wie beim Hirschkraut, beim Boldo und vielen anderen Pflanzen hat der Mensch von den Tieren gelernt. Wahrscheinlich waren es Hirten, die beobachtet hatten, daß kranke Schafe besonders viel Schafgarbe fressen und sich damit heilen. Die Schafgarbe ist nach ihrem Namen ein Schaf-Gesundmacher. Der zweite Teil des Namens kommt vom althochdetuschen garwe = Gesundmacher. Der Schafgarbe schadet es nicht, wenn sie von Schafen oder anderen Tieren abgefressen wird, bald Wächst sie wieder nach. Selbst auf den höchsten Weiden gibt es Schafgarben. Bis auf 3000 m Höhe steigt die Moschusschafgarbe, Achillea moschata, hinauf, wo sie zwischen Geröll und Felsen ihre weißen Blüten zum Himmel streckt. Sie wird nur 10-15 cm hoch, ist dafür aber viel aromatischer als ihre Schwester vom flachen Land. Die ganze Pflanze verströmt einen moschusartigen Duft. In der Schweiz nennt man sie Ivakraut, ein Name, der aus dem Romanischen kommt. Man braut dort aus ihr den bekannten Ivalikör, den man bei Magenbeschwerden und Krämpfen trinkt, und das Ivakraut wird dort auch besonders als Heilmittel für Schafe geschätzt. So hilft die Schafgarbe nicht nur den Schafen, sondern auch ihren Hirten. Und wenn sich ein Wanderer dort oben verletzt oder etwas für seinen Magen braucht, so kann er sich ganz nach Schafsart an die Moschusschafgarbe wenden.
Durch unsere Betrachtungen mit der Schafgarbe sind wir einer der ältesten Heilpflanzen des Menschen begegnet. Diese Pflanze begleitet uns schon seit Jahrtausenden als helfender, guter Geist aus dem Pflanzenreich. In einem Grab in Shanidar im Iran, das die Archäologen auf 60000 Jahre vor unserer Zeit datiert haben, hat man die Blütenstaubkörner von acht Heilpflanzen gefunden. Sicher haben diese Pflanzen damals eine wichtige Bedeutung gehabt. Auch die Schafgarbe war dabei, um die Toten auf ihrer letzten Reise zu begleiten.

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